Kulturtechniken gehen verloren

(dfa) Die Kulturtechnik des Kassettenwickelns anhand eines Kugelschreibers ist nahezu aus unserem Kulturkreis verschwunden. Nach knapp 50 Jahren kann kein Mensch in Deutschland mehr eine Kassette aufwickeln.

Deshalb wurde jetzt dem Kultusministerium vorgeschlagen, sich um solche verschwindenden Kulturtechniken zu kümmern. Ich nehme mir z.B. von Zeit zu Zeit unseren alten Kassettenrekorder und höre ab und an eine Kassette und vor allem ziehe ich das Tonband dann heraus, um es sauber wieder aufwickeln zu können. Viele Eltern schlagen inzwischen Alarm, weil ihre Kinder diese Kulturtechniken nicht beherrschen und weil sie selbst nur noch mit großem Aufwand diese Technik anwenden können. Es sollen sich sogar inzwischen Selbsthilfegruppen von ehemaligen Kassettenwicklern gebildet haben.

Sie haben sich zusammengeschlossen mit ehemaligen Drehscheibentelefonierern. Die wenigen Jugendlichen, die noch mit einem Walkman in Kontakt kommen, sind völlig irritiert, weil man damit nicht simsen und telefonieren kann. Auch einen Diaprojektor kann fast keiner mehr bedienen, geschweige denn, dass noch jemand einen Film in eine herkömmliche Kamera einlegen kann, schon gar nicht in die in Deutschland überaus beliebte schwarze Box. Wie dramatisch das Ganze ist, zeigte eine Studie in einigen neunten Klassen in Nordfriesland. Nur 0,004 Prozent aller Jugendlichen sind in der Lage, eine normale Landkarte zu lesen, z.B. Experten rechnen damit, daß auch das Smartphone in ein paar Jahren von der Bildfläche verschwindet, weil man den Kindern schon kurz nach der Geburt einen Chip einsetzt, der nur durch Gedanken gelenkt wird.

Mit dem Verlust dieser Kulturtechniken geht ein gutes Stück der abendländischen Kultur verloren. Deshalb wird die Bevölkerung jetzt aufgerufen, verloren gegangene Kulturtechniken auszugraben und sie den zuständigen Stellen in den Ministerien zu melden.

haf

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