Weihnachtsfrau

(dfa) - Naturgemäß haben Weihnachtsmänner am 24. Dezember den größten Terminstress.

Neben dem einzig Wahren, der vom Nordpol aus mit seiner Rentierherde startet und Kinder in der ganzen Welt mit Paketen versorgt, gibt es noch zahlreiche Imitate, die mit mehr oder weniger gelungener Verkleidung Kinder in Entzücken oder Erschrecken vor dem heimischen Tannenbaum versetzen.

Sie verlangen von ihnen einen Vortrag von Gedicht oder Lied und beten im großen Buch die schlimmsten Verfehlungen des vergangenen Jahres herunter. Aber da müssen die Kleinsten durch.

So sind Eltern schon Anfang Oktober unterwegs, um sich einen der wenigen Termine vom Copy-Weihnachtsmann zu sichern. In Regionen, in denen Studenten nicht in Scharen auftreten, kann es daher schon mal zu Engpässen kommen. Doch es gibt Bestrebungen, den zahlreichen Wünschen zu entsprechen.

So werden demnächst in Seniorenheimen entsprechende Herren rekrutiert, die von Statur und Haaresfülle noch dem Coca-Cola-Image standhalten.

Aber im Rahmen der Gleichbehandlung fordern immer mehr Frauen ihre Anerkennung als Weihnachtsfrau. Sie sind gegen die Bevorzugung ihrer männlichen Kollegen und sind der Ansicht, dass sie mindestens genauso gut vorlesen, Ratschläge und Pakete verteilen können.

Bislang werden einzelne gut proportionierte Exemplare gerne von Junggesellen gebucht, die sich auf diese Weise selbst beschenken. Doch auch so mancher Ehemann soll nichts gegen den Einsatz von weiblichen Weihnachtsmännern haben. Die entsprechenden Ehefrauen sind - nach einem Blick auf den erfreuten Gesichtsausdruck des Gemahls - eher skeptisch und argumentieren, dass der Weihnachtsmann schließlich zu den Kindern kommt und ausschließlich zu diesen.

Die Weihnachtsfrauen sehen sich hier ungerechtfertigter Weise in der Minderheit.

"Wir sind durchaus in der Lage, die gleiche Leistung abzuliefern wie ein Mann. Wir fordern daher eine generelle Weihnachtsfrauenquote von der Politik."

peb

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